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Liebe deinen Nächsten

 

 

Arnau / Арнау St. Katharinenkirche zu Arnau /

 Kuratorium Arnau

Foto (Alexej Milowanow) – Kirche Arnau
Foto (Alexej Milowanow) – Kirche Arnau

Kirche Arnau - Liebe Deinen Nächsten -
oder Deutsch-Russischer Skandal?

Diese kirchliche moralische Ermahnung scheint in diesem Fall nicht zu greifen, denn die Kirche Arnau ist seit Jahren Objekt ständiger gesellschaftlicher Aufmerksamkeit. Nun sorgt das Gebäude für neuerliche Verstimmungen zwischen der Russisch-Orthodoxen Kirche und dem „Kuratorium Arnau e.V."

Foto (Alexej Milowanow) – Kirche Arnau
Foto (Alexej Milowanow) – Kirche Arnau

Unser Medienpartner „newkaliningrad“ veröffentlichte am 25. Juli einen Beitrag zur Zusammenarbeit der Russisch-Orthodoxen Kirche und dem deutschen „Kuratorium Arnau e.V.“.

Nach der Veröffentlichung des Beitrages erhielt unser Medienpartner einen Platzverweis, d.h. die Russisch-Orthodoxe Kirche war mit dem Inhalt des Artikels nicht einverstanden und erteilte Hausverbot: „Touristen können rein, Presse bleibt draußen …“ so die Grundaussage.

Um was geht es?

Kurz zusammengefasst geht es darum, dass die in der Kirche Arnau befindlichen Fresken in einer Art und Weise verputzt wurden, dass man sie als weitestgehend verloren betrachten muss. Übriggeblieben sind drei kleine Fragmente. Die deutsche Seite spricht von „Briefmarkenfragmenten“.

Foto (Janne Neuman) – Innenansicht der Kirche Arnau
Foto (Janne Neuman) – Innenansicht der Kirche Arnau

Nach Ansicht des „Kuratoriums Arnau e.V.“ ist dies auf die unprofessionelle Arbeit der polnischen Restauratoren zurückzuführen, die durch die Russisch-Orthodoxe Kirche mit den Arbeiten betraut worden sind. Und das Kuratorium machte diese Aussage öffentlich.

Foto (Janne Neuman) – Briefmarkenfragment der Fresken
Foto (Janne Neuman) – Briefmarkenfragment der Fresken

Daraufhin erklärte der Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche Michael Scherenkow gegenüber unserem Medienpartner:

„Nach einer solchen Erklärung haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit der deutschen Seite zu beenden. Wir haben lange versucht eine gemeinsame Sprache zu finden, haben aber keine Antwortinitiativen erhalten. Wir haben lange versucht die Situation auszuhalten und haben nicht auf die deutschen Worte reagiert. Nur nach dieser letzten Erklärung wollen wir auf die Unterstützung der deutschen Seite verzichten – umso mehr, als die Deutschen bisher auch nicht geholfen haben. Nach der Übergabe der Kirche in das Eigentum der russischen Kirche haben sie mit uns nur über die Übergabe gestritten. Sie sind nur in das Gebiet gekommen und haben Kommentare abgegeben, welche sich gegen uns gerichtet haben."

Versuchen wir, die Geschichte der Kirche kurz zusammenzufassen.

Nach 1945 erfolgte die Nutzung der Kirche als Lagerhalle für die Landwirtschaft.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion ging das Gebäude in föderales Eigentum über.

Im Jahre 1994 erreichte das „Kuratorium Arnau e.V.“ bei den zuständigen föderalen Organen, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde und regelte in einer vertraglichen Vereinbarung mit der Russischen Föderation, dass das Kuratorium das alleinige Recht zur Restaurierung der Kirche erhält – so die Informationen von Dr. Walter T. Rix, Leiter des Kuratoriums in einem Schreiben an unsere Redaktion.

Im Jahre 2007 wechselte die Kirche aus föderalem Eigentum in regionales Eigentum – wurde also Besitz des Kaliningrader Gebietes.

Im Jahre 2008 ging die Verantwortung für die Verwaltung des Gebäudes in die Hände des „Museums für Geschichte und Kunst“ über.

Das Kuratorium, so Dr. Rix, schloss im Jahre 2008 einen 10-jährigen Vertrag mit dem Museum ab. Der Vertrag regelt, dass beide Seiten gleichberechtigte Partner sind und erklärt das Ziel, das Gebäude als Museum zu erhalten.

Die Zusammenarbeit entwickelte sich positiv und mit einen Kostenaufwand von mehr als 300.000 Euro von deutscher Seite wurde der äußere Zustand der Kirche weitestgehend wieder hergestellt.

Im Jahre 2010 wurde das föderale Gesetz über die Wiederherstellung der Eigentumsrechte der Russisch-Orthodoxen Kirche verabschiedet. Dieses Gesetz schloss das Kaliningrader Gebiet aus diesen Regelungen aus.

Trotzdem beschloss im Jahre 2010 die Kaliningrader Gebietsduma die Übergabe der Kirche Arnau an die Russisch-Orthodoxe Kirche. Dieser Beschluss rief reges, nicht ungeteiltes Interesse in der Kaliningrader Bevölkerung hervor.

Es begann eine Zeit der Rechtsunsicherheit, da auch die Gültigkeit des auf 10 Jahre mit dem Museum abgeschlossenen Vertrages ungeklärt war. Durch die Russisch-Orthodoxe Kirche wurde dem Kuratorium ein neuer Kooperationsvertrag vorgeschlagen, der auch die prinzipielle Zustimmung fand. Bis zur Klärung aller rechtlichen Fragen trat eine Pause ein, in der auch von deutscher Seite keine weiteren Finanzierungen vorgenommen wurden.

Nach Ansicht der Vertreter des deutschen Kuratoriums standen die hiesigen Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche unter hohem Zeitdruck. Seitens der zentralen Kirchenleitung soll gefordert worden sein, die Restaurierung der Kirche im Jahre 2014 zu beenden. Für die Innenrestaurierung wurde eine polnische Firma gewonnen, die sich aber als nicht kompetent erwies und mit ihrer Arbeit zum weiteren Verlust der Fresken, die noch zu ca. 40 Prozent vom ursprünglichen Umfang vorhanden waren, beitrug.

Und hier an dieser Stelle beginnen wohl die gegenseitigen Probleme, die wohl einfach nur Kommunikationsprobleme sind und vielleicht spielen aber auch subjektive Verhaltensweisen beider Seiten eine Rolle.

Die deutsche Seite hat die russische Seite über alles Notwendige ständig informiert und die russische Seite behauptet, dass es keine sachliche Kommunikation gegeben hat. Was der Wahrheit entspricht, können wir hier an dieser Stelle nicht beurteilen, Fakt ist aber, das die Fresken an sich nicht mehr vorhanden sind und eine Wiederherstellung nicht mehr möglich ist. Fakt ist auch, dass es zwischen beiden Seiten Funkstille gibt. Und Fakt ist auch, dass das, durch die Russisch-Orthodoxe Kirche ausgesprochene Hausverbot für Journalisten nicht dazu dient, Sympathien für die Sichtweise der Kirche zu entwickeln.

Demgegenüber zeigte sich die deutsche Seite sehr interessiert an einer Zusammenarbeit mit Massenmedien. Am 29. Juli 2014 veröffentlichte unser Medienpartner ein langes, ausführliches Interview mit dem Leiter des Kuratoriums Dr. Rix.

Es ist voller Emotionen, voller Details. Ob es allerdings klug ist, die Russisch-Orthodoxe Kirche öffentlich der Sabotage zu bezichtigen – ich habe da so meine Zweifel, denn es gibt noch viele Objekte im Kaliningrader Gebiet, die darauf angewiesen sind, in unbelasteter Zusammenarbeit wieder hergestellt zu werden. Wie Dr. Rix selber sagte, will sich auch das Kuratorium weiter um das Grab Theodor von Schön, in unmittelbarer Nähe der Kirche kümmern. Schwer vorstellbar, wie das jetzt funktionieren soll.

In einem Schriftwechsel mit unserer Redaktion widersprach Herr Dr. Rix, im Interview mit unserem Medienpartner „newkaliningrad“ das Wort „Sabotage“ benutzt zu haben. Er schreibt:

„… in Bezug auf den ausgewogenen und sachlichen Bericht über Arnau muss ich allerdings mit Nachdruck darauf hinweisen, dass ich den Begriff 'Sabotage' niemals gebraucht habe. Die Verwendung dieses Begriffes in dem betreffenden Kontext widerspricht eklatant meinem diplomatischen Fingerspitzengefühl. Es kann sich nur um einen Übersetzungsfehler handeln, der sich irgendwo eingeschlichen hat…“

Foto (Janne Neuman) - Dr. W. Rix und Dr. F. Schepke vom Kuratorium
Foto (Janne Neuman) - Dr. W. Rix und Dr. F. Schepke vom Kuratorium

Am 29. September 2013 veröffentlichte unsere Informationsagentur einen Artikel zur Zusammenarbeit der Russisch-Orthodoxen Kirche mit dem „Förderkreis Kirche Tharau/Ostpreußen e.V.“ unter Leitung von Dr. Dr. Ehrenfried Mathiak.

Wir hatten die Gelegenheit im Rahmen des Deutschen Wirtschaftskreises an der Vorstellung des Projektes teilzunehmen. Alle drei beteiligten Seiten – die deutsche Seite, Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche und Vertreter des Ortes schienen uns in einer gemeinsamen Euphorie und in völliger Übereinstimmung zu handeln. Das ruft die Frage hervor: Sprechen wir von zwei unterschiedlichen Russisch-Orthodoxen Kirchen? Warum klappt die Zusammenarbeit mit „Tharau“ und warum hapert es in der Zusammenarbeit mit „Arnau“?

Natürlich läuft in Russland im Allgemeinen und in Kaliningrad im Besonderen nicht immer alles mit deutscher Gründlichkeit, Pedantismus und deutscher Zeitplanung ab. Und natürlich kann es auch mal zu Missverständnissen kommen. In meiner 25jährigen Russlandpraxis habe ich festgestellt, dass, genau wie in Deutschland, so auch in Russland der Ton die Musik macht. Ich empfehle beiden Seiten die Tür hinter sich nicht so laut zuzuschlagen, dass man hinterher aus lauter Taubheit gar nichts mehr hört. Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Die Russisch-Orthodoxe Kirche und das „Kuratorium Arnau e.V.“ sollten nun alles unternehmen, damit kein zweites Kind hineinfällt. Ruhe und Sachlichkeit stehen beiden Seiten jetzt gut zu Gesicht.

Uwe Niemeier

P.S. Lesen Sie auch an den kommenden Tagen die Stellungnahmen des Kaliningrader Gouverneurs und der Denkmalschutzbeauftragten des Kaliningrader Gebietes.
 

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Quelle:
deutsch: Kalinigrad-Domizil, Politik und Gesellschaft, 02.08.2014
http://kaliningrad-domizil.ru/portal/information/politik-and...;

MP3-Audio-Datei starten: Glockengeläut der Kirche Arnau am 23.9.2003 / Слушать файл mp3: Звон колокола кирхи Арнау 23.9.2003

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weitere Informationen:
Kuratorium Arnau e.V.: www.Kuratorium-Arnau.net;
Pressespiegel:  www.kuratorium-arnau.net/Info/Presse;
St. Katharinenkirche Arnau: www.Kirche-Arnau.de;
Heilsspiegel Arnau: www.Heilsspiegel-Arnau.de;
Chronik zum Kirchort Arnau: www.Arnau-Ostpreussen.de.vu

 

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