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Der alte Glanz

 

 

Arnau / Арнау St. Katharinenkirche zu Arnau /

 Kuratorium Arnau

Die Katharinenkirche in Arnau
Langsam kehrt der alte Glanz zurück

Der Turm wurde im ersten Bauabschnitt fertiggestellt und zeugt bereits wieder von der früheren Schönheit der Kirche.Zähes Festhalten am Ziel führt in kleien und manchmal auch in großen Schritten weiter. Der Wiederaufbau der Arnauer Katharinenkirche veranschaulicht dies in geradezu beispielhafter Weise. Es wurden beträchtliche Fortschritte gemacht, aber den Erfolgen gingen große Mühen voraus.

Nach der Wiedererrichtung des Turmes in denkmalgerechter Weise, d. h. mit Glockenstuhl und Glocke (in Süddeutschland neu gegossen), und einer Replika der 1320 angefertigten Wetterfahne, konnte das Kuratorium Arnau e.V." in einem zweiten Bauabschnitt 2005 mit der Wiederherstellung des Dachstuhles beginnen. Bis dahin trug die Kirche ein Notdach, das an vielen Stellen durchlässig und schadhaft war. Auch diesem Bauabschnitt gingen viele Auseinandersetzungen voraus. Die russische Seite bestand auf einer Stahlkonstruktion, wie sie in Sowjetzeiten üblich war, weil man in diesem Fall nicht zu genau arbeiten muss: Man kann jederzeit den Stahl in die gewünschte Position biegen und notfalls auch noch etwas anschweißen. Nach langen Kämpfen konnte sich das Kuratorium auch unter Einsatz juristischer Mittel mit seiner dem Charakter der Kirche entsprechenden Lösung durchsetzen.

Im Frühjahr 2005 begannen wir vor Ort mit den Vorbereitungen. In dem Wald von Haselberg bei Tilsit wurden die Bäume für die benötigten Holzbalken ausgewählt und in ein Insterburger Sägewerk transportiert, das unter deutscher Leitung steht. Die Länge der benötigten Balken von 11,40 m warf erhebliche Schwierigkeiten auf, denn im gesamten Gebiet konnten die Sägewerke nicht über 6 m schneiden. Mit Erfindungsgeist wurde die Sägestraße in Insterburg verlängert, so dass die gewünschten Maße geschnitten werden konnten. Inzwischen übernahm das Kuratorium unter Leitung des Arnauers Reinhard Stillger die Bauleitung und überwachte den Abbau des Notdaches, damit vor allem nicht das kunstvolle Sterngewölbe der Kirche dabei beschädigt wurde. Die Zimmerarbeiten am Dachstuhl besorgte eine Spezialfirma aus der Lüneburger Heide in äußerst kompetenter Weise. Nebenbei sei bemerkt, dass diese Firma fünf Tage benötigte, um trotz ordnungsgemäßer Papiere mit allem Gerät über die Grenze zu gelangen. Inzwischen hatte sich eine weitere Schwierigkeit aufgetan: Die organisierte Kriminalität wollte das deutsch geführte Sägewerk in den Ruin treiben und hatte deshalb den zentralen Transformator des Werkes zerstört. Glücklicherweise gelang es, von der russischen Armee ein riesiges Aggregat zu erhalten, so dass die Vormontage des Dachstuhls in einer Nacht abgeschlossen werden konnte. Am folgenden Morgen wurde der Dachstuhl dann mit einem Schwerlaster 85 km nach Arnau transportiert und hier zum größten Erstaunen der Russen in nur einem Tag aufgestellt ... und alles passte genau auf den Millimeter.

Den Zimmerleuten eröffnet sich bei ihrer Arbeit ein eindrucksvoller Blick über die Pregellandschaft.

Auch der Antransport der Dachpfannen aus dem Stuttgarter Raum mit zwei russischen Lastwagen vollzog sich nicht ohne Probleme. Obgleich alle Zollpapiere ordnungsgemäß vorbereitet waren, wurden die Fahrzeuge fast drei Tage an der Grenze festgehalten. Danach wurde die Ladung eine Woche auf dem Königsberger Zollhof unter Verschluss gehalten, weil man eine Hygienebescheinigung” verlangte. Nur durch eine Mischung von Kampfesfreudigkeit und Schicksalsbejahung konnte das Kuratorium diese Probleme lösen. Als dann das Dach Ende Oktober 2005 schließlich fertig war, drängten sich beim Richtfest jene als Kulturförderer vor die Fernsehkameras, die die Arbeiten eher behindert hatten.

Nach Fertigstellung des Daches konnte 2006 mit dem nächsten Bauabschnitt begonnen werden. Zu Pfingsten begann das Kuratorium mit der Vermessung und Kartierung der Wandmalereien (Heilsspiegel), und Prof. Dr. Ulrich Kuder, Direktor des Kunsthistorischen Instituts der Universität Kiel, erstellte ein ausführliches Gutachten, das die europäische Einmaligkeit der sakralen Kunstwerke hervorhob. Da das Dach nunmehr dicht ist, musste auch eine Lösung für die Fenster gefunden werden, damit die durchfeuchteten Bereiche langsam austrocknen können. Im August setzte eine Arbeitsgruppe des Kuratoriums neue Notfenster ein, die bereits den ersten Schneesturm Anfang November abgehalten haben.

Arnau - 7.-22. Nov. 2006 - Eine Fahrt ins Ungewisse
Quelle: Ostpreussen-TV www.youtube.com/watch?v=EqrFU_DpmHE

Vom 9.-23. November 2006 führten zwei Diplomrestauratorinnen von der Fachhochschule Hildesheim zusammen mit einem Bauexperten und einem Theologen in der Kirche Kartierungen sowie raumklimatische und mikrobiologische Messungen durch. Dabei ergab sich eine sehr erfreuliche und effektive Zusammenarbeit mit russischen Restauratoren aus St. Petersburg. Es ist vorgesehen, die gute Zusammenarbeit angesichts der komplizierten Probleme bei der Restaurierung der bedeutenden Kunstwerke in Zukunft fortzusetzen. Die im Jahr 2006 durchgeführten Untersuchungen führen zu einem ausführlichen Gutachten, das als Grundlage für alle weiteren Arbeiten dient.

Diese Aufnahme vom Mai 2005 zeigt das fertig gedeckte Kirchendach.

2007 ist die weitere Sicherung der Wandgemälde vorgesehen, sowie die Wiederherstellung des architektonisch anspruchsvoll gestalteten Nordeingangs. Dafür sind spezielle Formsteine vorgesehen. Das Kuratorium hat daher entsprechende Verhandlungen mit einer estnischen Ziegelei aufgenommen.

Mittlerweile ist aus einer Halbruine wieder eine ansehnliche Kirche entstanden, die bereits etwas von ihrem Glanz aus der früheren Zeit zurückerhalten hat. Als das Kuratorium Arnau die Arbeiten 1992 aufgenommen hat, hielten viele zaghafte Stimmen das nicht für möglich. Das jetzige Erscheinungsbild ist der Beweis, dass Beharrlichkeit, Diplomatie und Fantasie einen dem Ziel näher bringen kann. Die Katharinenkirche in Arnau wird zunehmend zu einem Anziehungspunkt. Unter den Besuchern fanden sich 2006 sogar Reisegruppen aus Schweden und Litauen.

Deie Nachbildung des Originals der Wetterfahne von 1320 schmückt den Turm.Natürlich kann ein solches Projekt nur durch die Mitarbeit vieler verwirklicht werden. Das Kuratorium Arnau e.V.” heißt daher neue Mitglieder willkommen und freut sich über Spenden, die steuerabzugsfähig sind.

Dr. Walter T. Rix
Vorsitzender des Kuratoriums Arnau e.V.
Zur Kronsbek 10, D-24214 Lindhöft
Tel.: 04346 - 299 80 38, Fax: 04346 - 60 14 83
E-Post: Info@Kuratorium-Arnau.net

Spendenkonto: Raiffeisenbank Südstormarn,
BLZ: 200 691 77, Konto-Nummer: 222 658
 

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Quelle / Источник:
Unser schönes Samland, Samländischer Heimatbrief
der Kreise Fischhausen und Landkreis Königsberg / Pr.
173 Folge, I/2007, Seite 43-46

Слушать файл mp3: Звон колокола кирхи Арнау 23.9.2003 / MP3-Audio-Datei starten: Glockengeläut der Kirche Arnau am 23.9.2003

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weitere Informationen:
Maltechniken: Die Unterschiede zwischen der Wandmalerei und der Freskomalerei


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Stand: 15. September 2018


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