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Ein Projekt ...

 

 

Arnau / Арнау St. Katharinenkirche zu Arnau /

 Kuratorium Arnau

Arnau: ein Projekt für das europäische Haus ...

... Von der Einheit der Kultur in Europa.

Elisabethkirche in Marburg an der Lahn.Bei der St. Katharinenkirche in Arnau (russ. Marjino) unmittelbar vor den Toren Königsbergs, dem heutigen Kaliningrad, handelt es sich nur scheinbar um ein nicht vertrautes Baudenkmal in einer fernen Region. Ein Vergleich mit anderen Kirchen im Westen Deutschlands läßt sehr schnell die Einheit der europäischen Kultur erkennen, gerade in ihren großartigen Zeugnissen, den alten Kirchen.

Geht man von der Elisabethkirche in Marburg an der Lahn aus, der ersten rein gotischen Kirche in Deutschland (errichtet 1235-1283), so muß man sich fragen, was diese mit der Katharinenkirche in Arnau verbindet: Beides sind Kirchen des Deutschen Ordens, der auch in Frankfurt-Sachsenhausen, Bad Mergentheim und anderen Orten im westlichen und südlichen Deutschland seine geschichtsmächtigen Denkmäler hinterlassen hat. Die Elisabethkirche als Ordensmünster des Deutschen Ordens auch noch in einer Zeit, in der sich der Schwerpunkt der Ordenstätigkeit weit nach Osten in den Ordensstaat verlagert hatte, die Katharinenkirche, hundert Jahre nach der Marburger Kirche errichtet, als Wallfahrtskirche und zweitälteste Kirche des damaligen Ordenslandes.

Katharinenkirche in Arnau. - Zur Bauhistorie: Bild anklicken!Der gemeinsame Glaube fand in Europa seinen Ausdruck in künstlerischen Gestaltungsformen und –techniken, die nicht zuletzt durch die geistlichen Orden und Ritterorden (Zisterzienser, Johanniter, Deutscher Orden) verbreitet und weiterentwickelt wurden. An die Stelle des in Marburg reichlich verfügbaren Buntsandsteins trat, zunächst aus der Not geboren, dann ein zu einem großartigen Gestaltungsmaterial entwickelt, der Backstein (Backsteingotik). So schuf das Zusammenspiel von Geist und Material einen von West nach Ost verlaufenden Formenwandel, der jedoch dieselbe geistesgeschichtliche Grundlage hat.

Die Katharinenkirche in Arnau/Marjino ist ein Kulturgut von europäischem Rang. Sie erhebt sich auf einer vom Pregel angeschnittenen Moränenplatte hoch über dem südlich gelegenen Niederungsgebiet unmittelbar neben altem prußischen Siedlungsgrund (Gräberfeld und Fliehburg) und einer frühen Wehranlage des Ordens. Damit hat die Kirche nicht nur in siedlungsgeographischer und historischer Hinsicht eine wichtige Rolle gespielt, sondern sie zeichnet sich vor allem durch ihre kunsthistorische Bedeutung aus. Dazu zählt das noch sehr gut erhaltene achteckige Sterngewölbe, aber vor allem die in Teilen noch vorhandenen, aber stark in Mitleidenschaft gezogenen Wandmalereien. Sie ziehen sich als doppelter Fries um das gesamte Kirchenschiff. Nach der Zerstörung des Königsberger Doms, der entsprechende Wandmalereien aufwies, sind die Seccomalereien in Arnau/Marjino das einzig verbliebene Zeugnis sakraler Kunst dieser Art in Europa. Über die Einzigartigkeit und Bedeutung der Wandmalreien sind sich die Experten einig. Unklarheit besteht lediglich über die Vorbilder. Einige Charakteristika scheinen auf das Elsaß zu verweisen und damit wiederum die kulturräumliche Einheit zu unterstreichen.

Die Kirche zu Arnau nebst Ansicht auf den alten und neuen Progel (Stahlstich von 1836).

Auch die ich auf der Turmspitze befindliche Figur der Heiligen Katharina von Alexandrien ist nicht ohne Bedeutung für die kulturellen Zusammenhänge. Zu ihrer allegorischen Verkörperung gehört vor allem das Rad, so daß sie zur Schutzpatronin aller Aktivitäten wurde, die in irgendeiner Form mit dem Rad zusammenhängen. Dazu zählen die Kaufleute und insbesondere die Hanse. Die Kathrinenkirchen sind also auch Ausdruck einer wirtschaftlichen Tätigkeit, die sich in der Folge des Ordensstaates entwickelte. Eine Verbreitungskarte zeigt, daß sie sich wie Perlen auf einer Schnur an der Ostseeküste von Flensburg bis nach St. Petersburg entlang ziehen.

Es bestand eine regelmäßige Moterbootverbindung von Königsberg nach Arnau: Neuer Pregel und Sackheim mit katholischer Propsteikirche.

Arnau/Marjino zeichnet sich außerdem dadurch aus, daß sich viele bedeutende Namen mit dem Ort und der Kirche verbinden. Dies gilt nicht nur für die Patronatsherren der Kirche. Auch Johann Georg Hamann und E.T.A. Hoffmann hielten sich hier häufig im Pfarrhaus auf. 1826 erwarb der preußische Reformer Theodor von Schön (1773-1856) das nahegelegene Gut Preußisch-Arnau. Als Mitstreiter des Reichsfreiherrn vom Stein, als Initiator der Erhebung der preußischen Landstände gegen Napoleon, Oberpräsident von West- und Ostpreußen, Restaurator der Marienburg und maßgeblicher Beförderer der Bauernbefreiung zählt er zu den bedeutenden Persönlichkeiten deutscher Geschichte. Durch seine enge Freundschaft mit dem schlesischen Dichter Joseph von Eichendorff wird Arnau zum Kristallisationspunkt sowohl von romantischem als auch aufklärerischem Gedankengut. Die Grabstätte Theodor von Schöns liegt in unmittelbarer Nähe der Kirche.

In seinen Schriften hat sich Theodor von Schön auch mit dem preußisch/deutschen Verhältnis zu Rußland befaßt. Arnau ist deshalb ebenso wie der nicht weit entfernte deutsch-russische Soldatenfriedhof Preußisch-Eylau aus der Zeit der Befeiungskriege ein Ort, an dem sich deutsche und russische Geschichte berühren.

Aus einer Ruine wird wieder eine Kirche - und mehr als eine Kirche. - Zum Fotoalbum: Bild anklicken! Nach 1945 wurde die Kirche, die den Krieg unbeschadet überstanden hatte, ein Opfer der Verhältnisse. Die jahrelange Zweckentfremdung als Getreidespeicher fügte ihr zwar schwere Schäden zu, trug jedoch andererseits glücklicherweise zu ihrem Erhalt bei. Nach dem Untergang der Sowjetunion wollte die örtliche Kolchose die Kirche zunächst veräußern und schließlich sogar als Steinbruch freigeben. Den Bemühungen des „Kuratoriums Arnau e.V.“ seit 1992 gelang es, den Fortbestand dieses einmaligen sakralen Zeugnisses zu sichern und unter Denkmalschutz zu stellen. Gemeinsam mit dem russischen Denkmalschutzamt, der Hilfe zahlreicher Spender aus der Bundesrepublik sowie auch der Bundesrepublik Deutschland konnte in der Folgezeit zunächst der Turm gleichsam als Symbol des entschlossenen Aufbauwillens wiederhergestellt werden. Im zweiten Bauabschnitt wurde die denkmalgerechte Rekonstruktion des Dachstuhles sowie die Neueindeckung des Langschiffes hergestellt. Hier war Eile geboten, da ansonsten die bereits stark in Mitleidenschaft gezogenen Sevvomalereien endgültig verloren gegangen wären.

Gegenwärtig arbeitet das „Kuratorium Arnau e.V.“ an einem realistischen und umsetzbaren Nutzungskonzept. Die Gespräche mit zahlreichen Institutionen, Einrichtungen und Vereinen haben ergeben, daß eine spätere sinnvolle Nutzung keine größeren Probleme aufwerfen dürfte: Die Kirche ist äußerst verkehrsgünstig gelegen und zahlreiche Institutionen haben bereits ihr Interesse an einer Nutzung erklärt. Bisher wurden schon mehrere Konzerte und ein Gottesdienst durchgeführt.

Wir freuen uns, wenn Sie Interesse an unserer Kirche haben und diese besuchen wollen. Gerne arrangieren wir eine sachkundige Führung. Setzen Sie sich in diesem Falle mit uns in Verbindung.

„Kuratorium Arnau e.V.“
- Der Vorstand -

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MP3-Audio-Datei starten: Glockengeläut der Kirche Arnau am 23.9.2003 / Слушать файл mp3: Звон колокола кирхи Арнау 23.9.2003

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weitere Informationen:
Maltechniken: Die Unterschiede zwischen der Wandmalerei und der Freskomalerei


 

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Stand: 15. September 2018


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